Die häufigsten Nebenwirkungen

Nebenwirkungen können jedes Organ betreffen, aber die häufigsten Nebenwirkungen, die Sie selbst bemerken können, sind:

  • Hautausschläge, Flecken oder Juckreiz (Kutane Nebenwirkungen)
  • Durchfall, Bauchschmerzen und Übelkeit, also Nebenwirkungen im Verdauungstrakt (Nebenwirkungen im Gastrointestinaltrakt)
  • eine vermehrte Müdigkeit und schnellere Erschöpfung (Fatigue)

Daher gilt: Sollten im Rahmen der Behandlung vermehrt Durchfälle (mehrmals am Tag), außergewöhnliche Hautausschläge oder andere ungewöhnliche Symptome auftreten, melden Sie sich sofort bei Ihrem behandelnden Krankenhaus.

Andere Nebenwirkungen, die häufiger auftreten, werden Sie selbst zunächst nicht bemerken. Sie werden jedoch über die regelmäßigen Blutuntersuchungen erkannt, z.B.:

  • eine Entzündung der Leber (Hepatitis)
  • Störungen der Hormonproduktion wie z.B. eine Entzündung der Schilddrüse (Endokrinopathie)

Dauer der Nebenwirkungen

Die meisten Nebenwirkungen sind gut behandelbar und bilden sich bei Pausierung oder Beendigung der Behandlung vollständig zurück. In einigen Fällen verursacht die Immuntherapie aber auch bleibende Schäden.

Zum Beispiel führt die Entzündung der Schilddrüse oder der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) zu einer unwiderruflichen Zerstörung des Organs. Um die Funktion dieser Organe zu ersetzen, muss dann eine Hormonersatztherapie durchgeführt werden. Das bedeutet für Sie, dass Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen. Je nachdem, welches Organ betroffen ist, ist es wichtig, dass Sie diese dauerhaft einnehmen.

Einerseits hilft es nicht, sich im Vorfeld übermäßig viele Sorgen über Nebenwirkungen zu machen. Andererseits sollten Sie sich klar machen, dass Nebenwirkungen unter Umständen zu bleibenden Beeinträchtigungen führen können. So ist es zum Beispiel denkbar, dass Sie Ihrer Arbeit wegen Nebenwirkungen nicht mehr wie gewohnt nachgehen können und eine Frührente beantragen müssen. In diesem Fall erhalten Sie vielfältige Unterstützung, unter anderem vom Sozialdienst und regionalen Krebsberatungsstellen.

Mehr zu: Schwangerschaft und Fruchtbarkeit 1-3

  • Fruchtbarkeit (Fertilität):
    • Es wurden bisher keine Studien zur Fruchtbarkeit nach Immuntherapien durchgeführt. Die Auswirkungen der Immuntherapien auf die männliche und weibliche Fruchtbarkeit sind daher unbekannt. Sollte ein Kinderwunsch bestehen, wird deshalb eine Entnahme und Aufbewahrung von Eizellen bzw. Spermien (Asservierung) empfohlen, wenn es zeitlich möglich erscheint.
  • Geplante Schwangerschaft
    • Die Anwendung von Immuntherapien bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
    • Eine Schwangerschaft während einer aktiven Tumorerkrankung ist generell nicht empfehlenswert, weil sie die immunologischen Vorgänge im Körper verändert und zu einer schlechteren Tumorkontrolle führen kann.
    • Wirksame Verhütungsmethoden sind für mindestens 5 Monate nach der letzten Gabe der Immuntherapie anzuwenden. Bitte sprechen Sie bei Kinderwunsch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
  • Schwangerschaft:
    • Es liegen keine Daten über die Anwendung von Immuntherapien bei Schwangeren vor, daher wird die Anwendung von Immuntherapien während der Schwangerschaft nicht empfohlen– es sei denn der klinische Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko.
  • Stillzeit:
    • Es ist nicht bekannt, ob die Wirkstoffe der Immuntherapien in die Muttermilch übergehen – das Risiko ist nicht auszuschließen.

Quellen

1Bristol-Myers-Squibb: FACHINFORMATION/ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS: OPDIVO® 10 mg/ml. https://fi.b-ms.de/Opdivo (Stand September 2022).

2Bristol-Myers-Squibb: FACHINFORMATION/ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS: YERVOYR 5 mg/ml. https://fi.b-ms.de/Yervoy (Stand September 2022).

3MSD: FACHINFORMATION (ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS): KEYTRUDAR 25 mg/ml. https://www.msd.de/fileadmin/files/fachinformationen/keytruda_loesung.pdf (Stand September 2022).